Warum es keinen Einheitspreis gibt
Ein Sicherheitsdienst verkauft keine Ware von der Stange, sondern die Arbeitszeit qualifizierter Menschen. Wie viele Kräfte Sie brauchen und welche Aufgaben sie übernehmen, hängt stark vom Einsatz ab. Ein Firmenjubiläum mit 150 Gästen stellt andere Anforderungen als ein Stadtfest oder die Nachtbewachung einer Lagerhalle.
Seriöse Anbieter nennen deshalb erst dann einen Preis, wenn sie Ihren Bedarf kennen. Ein Stundensatz am Telefon ist ein erster Anhaltspunkt, aber noch kein belastbares Angebot.
Die wichtigsten Kostenfaktoren
Den größten Anteil machen die Personalkosten aus. Hinzu kommen Planung, Ausrüstung und Anfahrt. Diese Punkte bestimmen den Gesamtpreis am stärksten:
- Anzahl der Kräfte: Mehr Besucher, Eingänge oder Kontrollpunkte bedeuten mehr Personal.
- Qualifikation: Für manche Aufgaben reicht die IHK-Unterrichtung, für andere ist die Sachkundeprüfung Pflicht.
- Dauer: Neben der eigentlichen Veranstaltung zählen Aufbau, Einlassphase und Abbau.
- Uhrzeit und Kalender: Nachtstunden, Wochenenden und Feiertage werden häufig höher berechnet.
- Risiko: Alkoholausschank, große Menschenmengen oder wertvolle Güter erfordern mehr Präsenz und Erfahrung.
- Ausrüstung: Funkgeräte, Metalldetektoren, Absperrmaterial oder Fahrzeuge können zusätzlich kosten.
- Planung und Konzept: Begehung, Gefährdungsanalyse und Behördenabstimmung sind eigene Leistungen.
- Anfahrt: Bei weiter entfernten Einsatzorten können Fahrzeit und Fahrtkosten anfallen.
Personal und Qualifikation: der größte Posten
Wer gewerbsmäßig Leben oder Eigentum fremder Personen bewacht, braucht eine Erlaubnis nach § 34a Gewerbeordnung. Die eingesetzten Kräfte müssen mindestens eine Unterrichtung bei der IHK nachweisen. Diese umfasst 40 Unterrichtsstunden.
Für bestimmte Tätigkeiten verlangt das Gesetz zusätzlich die bestandene Sachkundeprüfung. Dazu gehören etwa Kontrollgänge im öffentlich zugänglichen Raum, der Einlass von Diskotheken und leitende Funktionen bei zugangsgeschützten Großveranstaltungen. Höher qualifiziertes Personal kostet mehr, ist für diese Aufgaben aber vorgeschrieben.
Hinzu kommt eine feste Lohnuntergrenze. In Nordrhein-Westfalen wurde der Lohntarifvertrag für Sicherheitsdienstleistungen für allgemeinverbindlich erklärt. Für die erfassten Lohngruppen gelten die tariflichen Stundenlöhne damit auch für Betriebe ohne Tarifbindung. In jedem Fall gilt der gesetzliche Mindestlohn.
Einsatzzeiten, Wochenende und Feiertage
Veranstaltungen finden meist abends und am Wochenende statt. Objektschutz läuft oft nachts oder rund um die Uhr. Viele Anbieter kalkulieren für diese Zeiten höhere Sätze, weil Personal schwerer verfügbar ist.
Achten Sie darauf, dass Zuschläge im Angebot offen ausgewiesen sind. Klären Sie auch, ob Mindesteinsatzzeiten pro Kraft gelten. Bei sehr kurzen Einsätzen ist das durchaus üblich.
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Veranstaltungsschutz ansehenSo sieht ein seriöses Angebot aus
Ein gutes Angebot ist nachvollziehbar. Sie sollten erkennen können, wofür Sie bezahlen und was im Preis enthalten ist. Folgende Angaben gehören hinein:
- Leistungsbeschreibung mit Aufgaben, Einsatzort und Einsatzzeiten
- Anzahl der Kräfte und ihre Qualifikation, inklusive Einsatzleitung
- Stundensätze, Zuschläge und eventuelle Mindesteinsatzzeiten
- Kosten für Ausrüstung, Konzept und Anfahrt als eigene Positionen
- Hinweis auf Bewachungserlaubnis und Haftpflichtversicherung
- Regelungen zu Stornierung, kurzfristigen Änderungen und Abrechnung
Ist eine Position unklar, fragen Sie nach. Ein Anbieter, der sein Angebot nicht erklären kann, arbeitet auch im Einsatz selten transparent.
Warum Billigangebote riskant sind
Ein auffallend niedriger Preis wirkt zunächst attraktiv. Doch die Personalkosten haben eine feste Untergrenze. Liegt ein Angebot deutlich unter dem Marktniveau, muss irgendwo gespart werden.
Häufige Folgen sind zu wenig Personal, fehlende Qualifikation oder Subunternehmer, die Sie nicht kennen. Im schlimmsten Fall arbeiten Kräfte ohne die vorgeschriebene Unterrichtung. Kommt es dann zu einem Vorfall, stehen Sie als Veranstalter oder Auftraggeber schnell mit in der Verantwortung.
Auch die Haftpflichtversicherung ist ein wichtiger Punkt. Das Gesetz setzt sie für die Bewachungserlaubnis voraus. Lassen Sie sich im Zweifel einen Nachweis zeigen. Dieser Ratgeber gibt eine allgemeine Orientierung und ist keine Rechtsberatung.
Angebote richtig vergleichen
Vergleichen Sie nicht nur die Endsumme. Entscheidend ist, ob die Angebote dieselbe Leistung beschreiben. Gehen Sie dabei Schritt für Schritt vor:
- Beschreiben Sie Ihren Bedarf schriftlich: Art des Einsatzes, Ort, Zeiten, Besucherzahl und besondere Risiken.
- Holen Sie zwei bis drei Angebote auf Basis derselben Angaben ein.
- Prüfen Sie, ob Personalstärke und Qualifikation vergleichbar sind.
- Rechnen Sie Zuschläge, Ausrüstung und Anfahrt in den Gesamtpreis ein.
- Klären Sie, wer vor Ort die Einsatzleitung übernimmt und wie Sie sie erreichen.
- Fragen Sie nach Referenzen aus vergleichbaren Einsätzen.
Was Sie selbst beitragen können
Je genauer Ihre Angaben, desto präziser das Angebot. Halten Sie Lagepläne, erwartete Besucherzahlen und den Ablaufplan bereit. Nennen Sie auch Auflagen von Behörden, falls Sie diese schon kennen.
Planen Sie außerdem früh. Kurzfristige Anfragen sind oft möglich, doch die Auswahl an verfügbarem Personal ist dann kleiner. Bei größeren Veranstaltungen sollten Sie mehrere Wochen bis Monate Vorlauf einplanen.
Bei SafeGuard erhalten Sie ein Angebot in der Regel innerhalb von 24 Stunden. Im Einsatz haben Sie eine feste Einsatzleitung als Ansprechpartner. Unser Einsatzgebiet reicht von Oberberg und Rhein-Berg über Köln, Düsseldorf und Bonn bis ins Ruhrgebiet.
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Objektschutz ansehenHäufige Fragen
Wie viel kostet ein Sicherheitsdienst pro Stunde?
Das hängt von Qualifikation, Einsatzzeit, Dauer und Risiko ab. Die Untergrenze bilden der gesetzliche Mindestlohn bzw. in NRW die allgemeinverbindlichen tariflichen Entgelte. Einen verlässlichen Preis kann ein Anbieter erst nennen, wenn er Ihren konkreten Bedarf kennt.
Sind Planung und Sicherheitskonzept im Preis enthalten?
Das ist unterschiedlich. Manche Anbieter berechnen Begehung und Konzept separat, andere kalkulieren sie in die Stundensätze ein. Lassen Sie sich im Angebot genau ausweisen, was enthalten ist.
Warum sind Einsätze nachts und am Wochenende teurer?
Diese Einsätze sind für das Personal belastender und schwerer zu besetzen. Viele Anbieter berechnen dafür höhere Sätze. Wichtig ist, dass solche Zuschläge im Angebot klar erkennbar sind.